Die Idee, einen Spielmannszug ins Leben zu rufen, entstand am 22. Mai 1968 auf dem Scheibenfest des Schützenkönigs, Friedrich Schröder. In die Tat umgesetzt wurde das Vorhaben am 26. Juni 1968 mit der Gründung des Spielmannszuges Reiningen-Dielingen als Abteilung des Schützenvereins Reiningen.

Von den 26 Gründungsmitgliedern sind heute noch Horst Meyerding, Friedhelm Meyer und Horst Pöttker aktiv dabei.
Geschäftsleute spendeten seiner Zeit rund 3.000 DM für die ersten Instrumente, wovon zunächst eine große Trommel, ein Becken, fünf Marschtrommeln, 16 Flöten und eine Lyra gekauft wurden.


Erster Tambourmajor und somit Spitze des Musikzuges war Günther Winkelmann, der den Tambourstab erst 1995 an seinen Nachfolger, Jens Gowik, weitergab.

Der erste Übungsabend des Spielmannszuges fand am Mittwoch, dem 17. Juli 1968, in der Schützenhalle in Dielingen statt. Befreundete Spielleute aus Marl brachten den Reiningern die ersten Flötentöne bei, wobei Musiktücke zunächst nach Zahlen und Gehör einstudiert wurden.

Ab 1972 übernahm Willi Hartmann vom Bohmter Heider Spielmannszug die Ausbildung der Spielleute, bis ihn Dirk Kreyenhagen als Übungsleiter 1987 ablöste. Nachdem er seit 2004 zusammen mit Dirk Kreyenhagen die Spielleute ausgebildet hatte, wurde Lothar Frye 2010 die Aufgabe des Übungsleiters übertragen.

Die Geselligkeit im Spielmannszug wurde auch schon in der Gründungszeit groß geschrieben. Und so kehrte man nach den Übungsabenden häufig noch bei Mettings Onkel Heinrich und später dann bei Lindemanns Tante Anna und Tochter Gerda ein, um den Abend in gemütlicher Runde "ausklingen" zu lassen.




Seinen ersten Auftritt feierte der Spielmanszug im November 1968 auf der Schützenversammlung bei Vahrenholt-Feuerhake auf Reiningen, wo der Jägermarsch und der Schwedenmarsch zum Besten gegeben wurden.

Die ersten Jahre spielte der Spielmannszug nur zu wenigen Anlässen, hauptsächlich auf dem eigenen Schützenfest in Reiningen und auf den Schützenfesten in Marl und Haldem. Das traditionelle "Wecken" des Reiniger Schützenvolkes zum Reininger Schützenfest gehört seit 1970 dazu.

Auf dem Schützenfest 1972 konnte schließlich die eigene Standarte eingeweiht werden, welche in mühevoller Handarbeit von Caroline Wichert genäht und gestickt wurde. Die verchromten Metallhalterungen fertigten Spielleute in Eigenarbeit nach Feierabend an. Der Schriftzug "Immer gut Spiel - bleibt unser Ziel" ist auch heute noch das Motto des Spielmannszuges, das auf der Standarte verewigt ist.

Am 09. September 1973 wurde anlässlich des fünfjährigen Bestehens der erste internationale Musikwettstreit in Reiningen-Dielingen ausgerichtet.

An die 3000 Menschen belagerten damals das Sportgelände und die Bewirtungsstände bei herrlichem Spätsommerwetter und applaudierten den 23 angereisten Spielmanns- und Musikzügen. Highlight der Veranstaltung war die Showgruppe "Meisjes von der Amaranthe" aus Holland.

Seither nimmt der Spielmannszug regelmäßig und sehr erfolgreich an Musikwettstreiten teil und richtet diese auch selber aus.

Am 28.11.1984 wurde ein Mädchenspielmannszug gegründet, den man aber bereits im Januar 1986 in den bestehenden Spielmannszug übernahm. Von da an wurden auch Frauen in den vorher als reinen Männerverein aufgestellten Spielmannszug aufgenommen. Dieses führte zu einem regen Zuwachs an Spielleuten, wovon der Verein bis heute profitiert.

Seit 1986 ist der Spielmannszug außerdem Mitglied im Verband der Fanfaren und Tambourkorps Nordrhein-Westfalen 1960 eV..

Vorher über Zahlen- und Punktsysteme, wurden ab 1987 auch erstmals Musikstücke nach Noten einstudiert. Hierdurch war man nun in der Lage, nicht nur einfache Märsche, sondern auch anspruchsvollere Stücke zu spielen.

in fester Bestandteil und zugleich Highlight im Terminkalender des Spielmannszuges ist die jährliche Teilnahme am Kölner Karnevalsumzug.

Die kostümierten Reininger Spielleute nehmen seit 1992 den 7 km langen Rosenmontags-Umzug durch die Kölner Innenstadt auf sich und haben dabei (und auch nach dem Umzug) jede Menge Spaß.

Seit 2006 reisen die Spielleute bereits am Karnevals-Sonntag nach Köln, um so zusätzlich am Tag vor dem Rosenmontag auch beim Schull- und Veedelszöch mitmachen zu können.

Der letzte große Meilenstein in der Geschichte des Spielmannszuges wurde am 02. September 2010 mit der organisatorischen Ausgliederung aus dem Schützenverein Reiningen gelegt. Seit dem tritt der Spielmannszug als rechtlich eigenständiger Verein auf.

Heute zählt der Spielmannszug Reiningen-Dielingen 36 aktive und 2 passive Mitglieder sowie 12 Nachwuchsspieler/-innen, die sich noch in der Ausbildung befinden.

Instrumente wie Xylophon, Glockenspiel, Kesselpauken, Bongos sowie vielerlei Percussion sind nicht mehr aus dem Instrumentarium wegzudenken. Nicht nur traditionelle, sondern auch moderne Märsche, Militärmusik, latein-amerikanische Stücke sowie Melodien aus TV und Radio gehören heute zum Repertoire.

Vieles hat sich seit der Gründung im Jahre 1968 verändert, aber eines ist über all' die Jahre gleich geblieben - der Spaß an der Musik und das Motto der Spielleute, welches auch heute noch auf der Standarte verewigt ist:
 

 "Immer gut Spiel - bleibt unser Ziel"